Parodontologie

Etwa 11,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Parodontitis. Weltweit ist die Parodontitis die häufigste chronische Erkrankung. Wer daran erkrankt ist, hat eine meist chronische Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontium). Diese breitet sich vom Zahnfleischrand bis zum Zahnzement und der Wurzelhaut aus und stellt wenn sie unbehandelt bleibt eine häufige Ursache für Zahnverlust dar.

Was ist Parodontitis?

Parodontitis schreitet zumeist schleichend voran und verursacht zunächst keine Schmerzen. Erst mit dem Auftreten von regelmäßigen Zahnfleischblutungen, Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischgewebes und unangenehmem Mundgeruch macht sich eine Parodontitis schließlich bemerkbar. Infolgedessen entstehen sogenannte Zahnfleischtaschen, die unter Umständen Sekret und Eiter absondern. Dadurch kann es zur Lockerung, Zahnwanderung und schlussendlich zum Verlust der Zähne kommen. Diese Taschen gehen einher mit Zahnfleischrückgang und empfindlichen Zahnhälsen, aber auch eine Veränderung der Zahnstellung kann die Folge sein. Eine Parodontitis kann dabei chronisch (schleichend) oder aggressiv (innerhalb von Wochen bis Monaten) voranschreiten.

Unbehandelt kann sich eine Parodontitis auch auf Krankheiten negativ auswirken. Hierzu gehören zum Beispiel Diabetes Mellitus und Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose).

Ursachen einer auftretenden Zahnfleischentzündung

Eine Entzündung des Zahnfleischs (Parodontitis) ist grundsätzlich bakteriell verursacht. Einerseits sondern diese Bakterien Giftstoffe ab, die den Zahnhalteapparat angreifen. Andererseits wird durch die körpereigene Entzündungsreaktion ein Abbau des Knochens und der anderen Bestandteile des Zahnhalteapparats beschleunigt.

Wie bei einer Erkältung sind auch die Erreger der Parodontitis von Mensch zu Mensch übertragbar, zum Beispiel durch Trinken aus dem gleichen Glas. Daher ist es auch von Bedeutung, Ihre Familie in die Therapie mit einzubeziehen.

Begünstigt wird eine auftretende Parodontitis durch verschiedene Faktoren. Hierzu gehören unter anderem eine mangelnde oder fehlerhafte Mundhygiene, Grunderkrankungen wie zum Beispiel Diabetes Mellitus, die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder auch einer genetisch bedingten Bereitschaft, eine Parodontitis zu entwickeln.

Wie läuft die Behandlung einer Parodontitis ab?

Im Rahmen der Routineuntersuchung wird auch ein Parodontaler Screening Index (PSI) erhoben. Dieser gibt Aufschluss über das Vorliegen und den Schweregrad einer Parodontitis. Erst dann wird auf Grundlage der Testergebnisse vom behandelnden Zahnarzt festgelegt, welche Behandlungsschritte nötig sind. Bevor diese allerdings stattfinden, wird mit Ihnen ein Aufklärungsgespräch geführt, das Sie über die Notwendigkeit und Ablauf der Behandlung informiert. Sie werden dabei auch über mögliche Risiken und Folgen der geplanten Maßnahme aufgeklärt. Stimmen Sie dem Eingriff zu, wird mit der Behandlung begonnen.

Grundsätzlich wird die Zahnfleischtasche und die Wurzeloberfläche mit speziellen Zahnreinigungsinstrumenten, sogenannten Küretten, meist unter lokaler Betäubung von bakteriellen Belägen befreit. Dadurch wird die weitere Ausbreitung des Entzündungsherds und somit der Abbau des Zahnhalteapparats vermieden. Allein durch diese Maßnahme wird der Entzündungsgrad erheblich gemindert. Je kleiner die Taschentiefe, umso eher ist es mit diesem Eingriff bereits getan. Sollte die Parodontitis stattdessen weiter fortgeschritten sein, kann auch mikrochirurgisch behandelt werden. Dabei werden die betroffenen Regionen des Zahnhalteapparats abgelöst, das entzündete Gewebe unter Sicht entfernt und unter Umständen eine Behandlung mit Antibiotika empfohlen.

Nachträglich werden weitere Maßnahmen eingeleitet. Regelmäßige Kontrollen der Taschentiefen (Verlaufskontrollen) und unterstützende Parodontitistherapie in Form einer professionellen Zahnreinigung sind hierbei zu erwähnen.

In manchen Fällen ist es notwendig, das individuelle Keimspektrum zu bestimmen. Dies geschieht mittels eines sogenannten DNS-Sondentests. Hierbei wird eine Papierspitze an mehreren Zähnen in die bakteriell infizierte Tasche gelegt, um Keime aufzunehmen. Diese Papierspitze wird dann in ein Untersuchungslabor geschickt, um Ihr persönliches Keimspektrum und gegebenenfalls das wirksamste Antibiotikum verabreichen zu können.

Langfristig gesundes Zahnfleisch (Vorsorge)

Eine Parodontitis kann jederzeit erneut auftreten. Um dieses Risiko zu mindern, sollten Sie einige wenige Dinge beachten.

  • Grundsätzlich sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse Wert auf eine gründliche häusliche Mundhygiene legen.
  • Hierbei muss auch auf die Zahnzwischenraumpflege mithilfe von Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten achten. Mundspüllösungen können zur Gesundheit des Mundraumes ebenso beitragen, sind aber kein Ersatz für die mechanische Reinigung.
  • Richtige Ernährung: Ihr Zahnarzt berät sie hierzu individuell

Wenn Sie schon einmal wegen einer Parodontitis in Behandlung gewesen sind, ist es wichtig, zu Ihren Kontrollterminen (ca. zwei bis vier pro Jahr) zu erscheinen, um eine erneute Entzündung des Zahnfleischs vermeiden zu können. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen haben sich im Nachgang bewährt um langfristig ein erneutes Aufflammen der Entzündung zu vermeiden.

Kosten einer Zahnfleischbehandlung

Grundsätzlich ist die Parodontitistherapie eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und wird in der Regel auf Antrag auch bewilligt. Gemäß Richtlinien muss allerdings im Vorfeld eine Vorbehandlung stattfinden, die in der Regel vom Patienten selbst getragen werden muss. Diese Kosten sind abhängig von der Zahl der Zähne und dem individuellen Aufwand. Selbstverständlich werden Sie vor Beginn der Behandlung über die Höhe der Kosten informiert. Einige Krankenkassen wie z.B. die AOK plus oder die IKK übernehmen einen Teil dieser Kosten. Sprechen Sie uns einfach darauf an, wir beraten Sie gerne!

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